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Jemanden ein X für ein U vormachen (19. Woche 2003)
In der Umgangssprache verwenden wir diesen Ausspruch, wenn es sich um Lüge oder Täuschung handelt. Die Sache ist bereits im 15. Jahrhundert bezeugt. Ursprünglich jemanden X (=zehn) statt V (=fünf) anschreiben, d. h. an ein V ein umgekehrtes V setzen bzw. die Schenkel des V nach unten verlängern, sodass ein X entsteht. Das lateinische Alphabet unterscheidet U und V grafisch nicht. Es kennt nur V für beide Laute. Unsere Altvorderen verwendeten bis ins 15.(16. Jahrhundert fast ausschließlich römische Zahlzeichen. Da das lateinische V vielfach durch das deutsche U wiedergegeben wurde, setzte sich U durch. (Quelle: Duden Taschenbücher: Redensarten. Mannheim 1999)
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