Der Klugscheißer

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März 2010
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Vampire (7. Woche 2002)

Knapp 56 % wollten etwas zu diesen angeblichen Blutsaugern erfahren. Aber die als “Vampire” bekannten Fledermäuse (Vampyrus spectrum Linnaei) mögen überhaupt kein Blut; sie leben von Früchten und Insekten, genauso wie die übrigen rund 30 Arten Fledermäuse, die es in Europa gibt.
Aber auch die wenigen Fledermäuse, die sich von Blut ernähren, saugen es nicht, sondern lecken nur. Mit ihren Schneidezähnen durchbeißen sie die Haut des Opfers und lecken das Blut, das aus der Wunde quillt, mit der Zunge auf.
(Quelle: Gabriel Garcia Márquez: Von der Liebe und anderen Dämonen, Köln 1994)


Venedig (4. Woche 2003)

Gerne wird behauptet, in dieser wunderschönen italienischen Stadt wären die meisten Brücken Europas. Doch weit gefehlt: dort gibt es sage und schreibe lediglich 398 Brücken. In Amsterdam gibt es schon 1281 und in Berlin 1662. Europarekord hält aber Hamburg mit 2123 Brücken.
(Quelle: Das kleine Lexikon . Unglaubliche Lügen & Irrtümer von A-Z. München 2000)


Vielfraß (29. Woche 2003)

Das possierliche Tierchen aus der Klasse der Mammalia, Ordnung der Carnivora, Familie der Mustelidae und Gattung der Gulo ist in Skandinavien, Nordamerika und im nördlichen Asien zu Hause. Der Vielfraß frisst tatsächlich viel - kleine Vögel, Beeren, Aas, und was er sonst noch findet oder fängt. Aber nicht mehr als andere Tiere. Seinen Namen hat er nämlich vom Norwegischen “fieldrfross” und das heißt “Bergkater”. Dieser Name ist dann im 15. Jahrhundert von hansischen Pelzhändlern zu Vielfraß umgedeutet worden.
(Quelle: Walter Krämer: Lexikon der populären Sprachirrtümer. München 2003)


Vogelexkremente (35. Woche 2001)

Ich kann nichts gegen die weißen Fladen tun, die in der Mitte einen schwarzen Fleck haben, die vom Himmel auf unsere Autos fallen und unsere Denkmäler verätzen. Aber ich kann wenigstens dazu beitragen, warum dieser schwarze Fleck existiert: er ist Kot. Das Weiße ist Urin. Diese beiden Ausscheidungen werden bei unseren gefiederten Freunden gleichzeitig und durch eine Öffnung gen Erde geschickt. Der Kot befindet sich meistens direkt in der Mitte des Fladens, da der Urin, leicht klebrig in der Konsistenz, an ihm haftet.
(Quelle: D. Feldmann: Warum ist die Banane krumm?Berlin 1994)

vogelfrei (8. Woche 2005)

Wenn man jemandem im übertragenen Sinn zum Abschuss frei erklärt, nennen wir das “jemanden für vogelfrei erklären”. Die schwerste Strafe bei unseren Vorfahren war die “Friedloserklärung”. Mit ihr war der Mensch aus seiner Gemeinschaft ausgestoßen. Jeder hatte das Recht, ihn zu töten. Die Schicksalsformel lautete: “Er ist dem Vogel in der Luft, den wilden Tieren im Wald, den Fischen im Wasser zu Fraße freigegeben.” “Vogelfrei” war auch der Leichnam des Geächteten. Den Vöglen war es erlaubt, ihn zu fressen.
(Quelle: Hartwig Lödige: Ketchup, Jeans und Haribo, Berlin 1998)


Vogel Strauß (25. Woche 2002)

Jeder hat ein bestimmtes Bild vor Augen, wenn er an dieses Tier denkt: Der Vogel Strauß mit dem Kopf im Sand. Doch das ist absoluter Quatsch! Vielleicht kommt das Vorurteil dadurch zustande, dass sich der Struthio camelis (ja, beim Klugscheißer lernt man auch Biologie!), der immerhin drei Meter groß werden kann, sich bei nahender Gefahr duckt, um sich kleiner zu machen. Ist die Situation dann zu brenzlig, wird der Vogel Strauß, wie jedes andere Tier auch, einen schnellen Schuh anziehen.
(Quelle: Walter Krämer: Lexikon der populären Irrtümer, München 1998)

Volvo (November 2006)

Lateiner unter den Klugscheißern wussten es schon längst: volvo ist die erste Person Singular von volvere und heißt: “ich rolle”. Die Idee hatte der Firmengründer Gustaf Larson.
(Quelle: Hartwig Lödige: Ketchup, Jeans und Haribo, München 2002)

VW-Käfer

Das deutsche Kultauto, dass seit den dreißiger Jahren millionenfach auf der ganzen Welt herumfährt, hat seinen Namen aufgrund eines Zeitungsartikels der New York Times vom 3. Juli 1938. Darin wird der neue merkwürdig aussehende Kleinwagen aus Wolfsburg abschätzig als ”beetle” bezeichnet. Dieser durchaus nicht gerade als Kompliment gemeinte Name wurde dann mit ”Käfer” richtig übersetzt. Somit ist die englische Bezeichnung ”beetle” nicht aus dem deutschen ”Käfer” entstanden, sondern umgekehrt. Bei der neuesten Auflage scheint man sich wieder den Ursprüngen erinnert zu haben.
(Quelle: Eine Idee macht Geschichte - Die VW-Chronik)