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Nachtigall
Diese schönen Vögel tragen ihren Namen zu Unrecht, denn sie singen tags wie nachts. Aber wegen der geringeren Konkurrenz bei Dunkelheit fällt ihr Gesang dann eher auf.
Nadelbaum (39. Woche 2001)
Natürlich ist das Kinderlied zutreffend indem es heißt, “Oh Tannenbaum, du grünst nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter”, oder so ähnlich. Aber das trifft längst nicht auf alle Nadelbäume zu. Die Lärche verliert im Winter sein Nadelkleid und bildet es im Frühjahr wieder neu. (Quelle: Pat Lauer, Das Ei des Kolumbus und andere Irrtümer,Ulm 2000)
Nägel (45. Woche 2001)
Das Sprichwort: “Es brennt mir auf den Nägeln” war früher durchaus wörtlich zu nehmen: Mönche haben sich einst bei der Früh- oder Abendmesse kleine Kerzchen auf die Daumennägel geklebt, um in den dunklen Kapellen ihr Brevier lesen zu können. Wenn der Prior seine Messe in die Länge zog, brannte die immer kleiner werdende Kerze auf den Nägeln. (Quelle: Walter Zerlett-Olfenius: Aus dem Stegreif, Berlin 1958)
Nasenbluten (47. Woche 2001)
Menschen, bei denen der Erste-Hilfe-Kurs länger als zehn Jahre zurückliegt, sollen jetzt besonders aufpassen: Bei Nasenbluten darf man nicht den Kopf zurücklegen, um die Blutung zu stoppen. Dabei kann nämlich das Blut über den Rachen in den Magen fließen und es können Übelkeit oder Erbrechen folgen. Außerdem ist die Menge des abfließenden Blutes nicht abzuschätzen, gefährliche Blutungen werden leicher übersehen (man kann an Nasenbluten sogar sterben!). Alternative zum Stoppen der Blutung: Nasenflügel aneinanderpressen, den Kopf nach vorne neigen und, wenn das Bluten nach 20 Minuten nicht aufhört, einen Arzt rufen. Richtig ist dagegen der kaltfeuchte Lappen im Nacken - er lässt die Blutgefäße schrumpfen und bremst den Fluss des Blutes in die Nase. (Quelle: “Bei Nasenbluten den Kopf nicht in den Nacken legen”, Hannoversche Allgemeine Zeitung 20.06.1996)
Nasi-Goreng (21. Woche 2003)
Dieses Gericht kennen wir aus China-Restaurants. Es besteht meistens aus gekochtem Reis, Gemüse und Fleisch und stammt ursprünglich aus Indonesien und bedeutet “gebratener Reis” Übrigens: Bami-Goreng heißt “gebratene Nudeln”. (Quelle: Hartwig Lödige, Tesa, Tuc und Teddybär, München 2001)
Neandertal (41. Woche 2005)
Das Neandertal gab dem Neandertaler seinen Namen. Und wer dem Neandertal? Der evangelische Kirchenlieddichter Joachim Neander (1650 bis 1680). 1674 wurde er Rektor der Düsseldorfer Lateinschule und pflegte des Öfteren Richtung Elberfeld ein kleines Tal aufzusuchen. Bizarre Kalkfelsen, bunte Pflanzenvielfalt und das Flüsschen Düssel sorgten für die rechte Kulisse zur Übung der Sangeskunst und Entfaltung der poetischen Ader. Es war bekanntermaßen “sein” Tal, und schon kurz nach seinem frühen Tod war auf einer Karte das “Neandertal” eingezeichnet. Er brachte es immerhin auf eine Gesamtausgabe seiner Dichtung unter dem Titel “A et O, Joachim Neandri Glaub- und Liebesübung”, und “Lobe den Herren” wird noch heute gesungen. Hundertachtzig Jahre nach seiner persönlichen Entdeckung machte eine andere seinen Namen weltbekannt. (Quelle: Brockhaus. Tageskalenderblatt vom 15. September 2005)
Nero (38. Woche 2002)
Kaum ein römischer Kaiser hat einen schlechteren Ruf als Claudius Drusus Germanicus Caesar, wie Nero eigentlich wirklich hieß. Es war sicherlich nicht sehr nett, dass er seine Mutter Agripina, seine Gattin Octavia und seinen Halbbruder Britannicus ermorden ließ. Aber der Brand von Rom (64 n. Chr.) wird ihm zu Unrecht angelastet. Er hat nämlich ein Alibi. Die Geschichtsschreiber dieser Zeit berichten, dass sich Nero mit seinem gesamten Hof im 60 Kilometer entfernten Antium aufhielt und als er in der Hauptstadt eintrifft, steht diese schon lange in hellen Flammen. Er soll sogar höchstpersönlich bei den Löscharbeiten mitgeholfen haben. Er hat der Bevölkerung sogar über Wochen und Monate Tempel, Paläste und Gärten als Ausweichquartiere zur Verfügung gestellt.. (Quelle:Gerald Drews: Allgemeinbildung für Angeber. München 2002)
netto (März 2007)
Brutto bedeutete ursprünglich “mit Verpackung”, und netto hieß “ohne Verpackung”. Im Italienischen steht netto für “rein, sauber”. Die lateinische Wurzel: nitidus für “sauber, glänzend”. Das Wort nitidus hat ins Deutsche Eingang gefunden in Form des Adjektivs nett. (Quelle: Hartwig Lödige: Ketchup, Jeans und Haribo, München 2002)
New York (18.II.2001)
Wer bis jetzt noch nicht nach New York geflogen ist, weil er Angst um sein Leben hatte ist dort weitaus sicherer aufgehoben als er bisher glaubte. Die amerikanischen Spitzenreiter in Sachen Mord und Totschlag sind heute mit 85 bzw. 70 Morden pro 100 000 Einwohnern und Jahr New Orleans und Washington. Mit 21 Toten kommt New York gerade auf Platz 63. Auch in den anderen Disziplinen kommt New York nicht aufs Siegertreppchen:
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Mord:
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63. Platz
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Vergewaltigung:
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141. Platz
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Autodiebstahl:
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99. Platz
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Raubüberfälle:
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27. Platz
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Einbrüche:
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162. Platz
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(Quelle: Statistical Abstract of the United States 1996; New York - aber sicher, Stern 15/1997)
New York II (15. Woche 2002)
Gerne wird behauptet, dass New York die Hauptstadt von dem US-Staat New York sei, aber dem ist nicht so: Albany wäre die richtige Antwort gewesen. Sie hat 115 000 Einwohner und liegt 200 km nördlich von der NYC. (Quelle: Walter Krämer, Lexikon der populären Irrtümer, München 1998)
Niesen (31.XII.2000)
”Gesundheit!” kann man immer noch nach einem lauten oder auch unterdrückten Niesen hören. Dabei ist dies schon längst zur Floskel geworden und gilt deshalb nicht mehr als elegant und in Zeiten von Allergien sogar sarkastisch oder hämisch. Dieser Ausdruck kommt vermutlich aus der Zeit, als die Pest wütete. Damals glaubte man, dass sich die Seuche mit einem Niesen ankündige und man bis zum Tod immer weiterniesen müsse. Sagte jedoch beim ersten Niesen ein anderer ‘Helfgott’, ( im englischen: god bless you) so konnte man die Krankheit abwenden. (Quellen: D. und G. Bandini: Kleines Lexikon des Aberglaubens, dtv 1998, http://www.mdr.de/hier-ab-vier/ratgeber/index_990224.html)
Nilpferde (13. Woche 2002)
Diese possierlichen Tierchen, die bei einer Schulterhöhe von 1,5 m eine Länge von 4,5 m erreichen können, werden auch Flusspferde genannt. (Biologen haben sich den Namen Hippopotamus ausgedacht). Tatsache ist auf jeden Fall, dass sie keine Pferde, sondern Schweine sind. Sie sind sogenannte Paarhufer und bilden mit Schweinen die Unterordnung der Nichtwiederkäuer (Nonruminantia). Pferde dagegen sind Unpaarhufer und Angehörige der gleichen Ordnung wie etwa Nashörner und Tapire. (Quelle: W.Eigner: Großes Farbiges Tierlexikon, Herrsching 1992)
N. N. (7.IX.2000)
Endlich kommt die Auflösung für dieses häufige Kürzel. Es heißt weder "nicht nominiert", noch "nicht nennbar", sondern kommt (natürlich) aus dem Lateinischen und steht für "nomen nescio". Der alte Lateiner weiß sofort das heißt auf deutsch: "Ich weiß den Namen nicht."
Nobelpreise (8. Woche 2005)
Alfred Nobel hatte nie vor, dass sein Preis jedes Jahr vergeben wird. Drei Jahre vor seinem Tod 1896 schrieb Alfred Nobel an Bertha von Suttner, dass ein von ihm gestifteter Preis alle fünf Jahre verteilt werden solle, höchstens aber sechsmal. Wenn es nach diesen 30 Jahren nicht gelänge, das “gegenwärtige System” grundlegend anders zu gestalten, dann könnten solche Preise daran auch nichts ändern. (Quelle: Brockhaus - Wie es nicht im Lexikon steht, Mannheim 1996)
null Bock (31. Woche 2005)
Statt “keine Lust” war es zeitweise üblich (es leben die guten 80er Jahre!!) “null Bock” zu sagen. Herkunft ist die Zigeunersprache, in der bokh “Hunger” heißt - nach 1910 in der Bedeutung Gier, Lust in die Umgangssprache eingegangen. Ende der 60er Jahre setzte sich dann der Begriff der Null-Bock-Generation durch. (Quelle: Hartwig Lödige: Ketchup, Jeans und Haribo, München 2002)
08/15 (11. Woche 2002)
Genau 41% wollten erfahren, woher dieser Ausdruck stammt, der für “nichts Besonderes” oder “gewöhnlich” steht. Der Begriff kommt aus dem Militär, genauer von einer Pistole, die 1908 auf den Markt kam, genannt 08. 1915 wurde das Modell weiterentwickelt und, ihr ahnt es schon: die Pistole hieß jetzt 08/15. Im Ersten Weltkrieg war diese Waffe so weit und zahlreich vertreten, dass die heutige Redewendung nicht überrascht. (Quelle: Hartwig Lödige: Ketchup, Jeans und Haribo, Berlin 1998)
Nummernschild (20. Woche 2002)
Gerade jetzt im Sommer sieht man sie wieder herumfahren: Oldtimer-Cabrios Jahrgang 1960 und älter. Alle haben eins gemeinsam: Auf dem Nummernschild ist am Ende ein großes H. Aber wofür steht es? H steht für “historisch”. Klingt eigentlich einleuchtend, oder? (Quelle: Thomas Holz, Leiter der KFZ-Zulassungsstele, München, In: Süddeutsches Magazin No. 15 2002)
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